Mit Herz, Körper und Verstand

In meiner Arbeit verbinde ich systemische Ansätze mit einer konsequent achtsamkeitsbasierten Gesprächs-führung. Systemisch meint dabei zunächst eine Anerkennung bisheriger „Lösungsversuche“ sowie der dabei gelernten Muster, Erzählungen (Narrationen) und Glaubenssätze. Hierbei wird vom individuellen Standpunkt ein „Erkenntnisraum“ eröffnet, der die wahrgenommenen Probleme in ihrer Beziehung und Kommunikation in sozialen Systemen wie z.B. Familie, Arbeitsumfeld oder oder Freundeskreis artikulierbar, transparent und verstehbar macht.

Dabei betrachten wir gemeinsam Strukturen, Dynamiken, Rollen und Muster, die für das Anliegen und Thema relevant sind und den Status Quo bedingen können. Neben den sozialen Systemen liegt der Fokus jedoch hier auch auf dem inneren (intrapsychischen) System, z.B. um innere Anteile und (insb. psychologische) Grundbedürfnisse und Glaubenssätze, die insb. bei Konflikten und Entscheidungsfragen hinsichtlich Beziehung und Beruf häufig eine zentrale Rolle spielen. Hier reichen die jeweiligen Muster und Zusammenhänge ebenso häufig auch weiter in der persönlichen Coping-Biographie zurück. Beispiele hierfür sind: „Ich schaffe das nicht“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich bin nicht richtig“, "Ich darf das nicht" oder „Ich gehöre nicht dazu“. Zum integrativen Ansatz gehört hier auch, diese inneren Anteile und Glaubenssätze in ihrer vormaligen Sinnhaftigkeit und Funktionalität zu würdigen. Dies kann bedeuten zunächst an einem Standpunkt der Akzeptanz anzukommen, tiefer zu verstehen, Unausgesprochenes zu sagen und ebenso Gefühle zuzulassen. Bevor es in die Veränderung und Überwindung dieser im Alltag doch häufig energie- und zeitaufwändigen Erlebensmuster geht.

Sowohl beim Erkennen der Ausgangslage (Status Quo), also auch bei der Erweiterung von Perspektiven der Lösungsfindung und ganz wesentlich in ihrer nachhaltigen Umsetzung und Integration im Alltag können achtsamkeitsbasierte Verfahren sehr hilfreich sein. Hiermit wird die gedankliche Ebene und „Auseinandersetzung“ mit dem Thema um die körperliche Ebene der Wahrnehmung, spontanen Intuition und der persönlichen Weisheit erweitert. Der Körper weiß häufig mehr als „man denkt“. Dieser holistische Ansatz kann vor allem dann hilfreich sein, wenn die Bewältigungsversuche (Copingstrategien) vor allem „im Kopf“ stattfinden bzw. „verkopft“ erlebt werden. Beispiele dafür sind etwa Grübeln, sich Sorgen, ständig ein Szenario XY durchgehen und wälzen, etc. Insofern eignet sich dieser Ansatz sehr gut auch als Ergänzung bzw. in Kombination mit einem Achtsamkeitstraining oder bei bereits bestehender Achtsamkeitspraxis.

Lösungen bedeuten im Alltag häufig ein Ausprobieren von noch nicht gewohntem Verhalten oder ein achtsames sich selbst in Situationen beobachten und dabei freundlich innehalten lernen.

 

Achtsamkeit meint in dem Zusammenhang aber auch eine langjährig geübte bzw. trainierte bzw. verkörperte Haltung der Achtsamkeit. Für die Gesprächsführung ermöglicht dies eine unvoreingenommene, „nicht-wissende“ bzw. interessiert „neugierige“ Grundhaltung. Mit Haltung ist hier schließlich und nicht zuletzt auch das „Halten“ von schwierigen Gefühlen (u.a. der KlientInnen sich selbst gegenüber) und Themen gemeint. Schwierig ist dabei im Artikulieren und Ausdrücken von Gefühlen häufig mehr das Ungewohnte. Für mich macht es letztlich das Besondere und die Demut von Beratungs- und Therapiegesprächen erst aus, dass sich hierin etwas zeigen darf, das inmitten des Alltäglichen mitunter nicht mit (relativer) Ruhe betrachtet bzw. wahrgenommen werden kann. Und ja, Therapie bedeutet in dem Sinne natürlich stets auch Arbeit, die wiederum Entwicklung und inneres Wachsen bedeuten kann. Dabei unterstütze ich auch Sie von Herzen gerne.