Systemische Beratung und Therapie
Wenn die Lösung im Dazwischen liegt
Viele Menschen, die zu mir in die Praxis kommen, funktionieren nach außen gut. Sie erleben sich verantwortungsvoll, reflektiert, leistungsorientiert. Begleitet von erhöhtem psychischen Druck, Erschöpfung oder dem Gefühl des Festgefahrenseins.
Systemische Therapie geht davon aus, dass diese Spannungen selten isoliert „im Inneren“ entstehen. Sie entstehen dort, wo Menschen in Beziehungen, Rollen und besonderen Situationen häufig dauerhaft mehr leisten, halten oder regulieren, als ihnen guttut. Ausgangspunkt ist oft eine Einsicht:
„So wie es läuft, kann es nicht dauerhaft weitergehen – aber ich weiß nicht, wie und wo ich ansetzen soll.“
Bei welchen Lebensfragen macht Einzelberatung bzw. Therapie Sinn?
Typische Anlässe sind Phasen der krisenhaften Veränderung und des Übergangs. Beispiele können sein:
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Sich in bestimmten Lebensbereichen weniger selbst bestimmt zu erleben sowie schwierige Emotionen und Gedanken die dies begleitet.
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Stärker als gewohnt gefordert sein im Umgang mit schwierigen Gefühlen wie Angst, Traurigkeit, Einsamkeit oder Ärger, besonders in Krisen, bei Trauer und Verlust.
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Die Wahrnehmung, dass Ablenkung, Rückzug oder Warten keine Besserung bringt oder kontraproduktiv wirkt.
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Ein Gefühl, dass man beruflich/privat auf der Stelle steht oder nicht in die Bewegung findet.
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Sich wiederholende, ungünstige Verhaltens- und Denkmuster, die zu Konflikten mit anderen Menschen führen können (in Beruf oder Familie, Partnerschaft, Erziehung)
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Psychische und/oder körperliche Beanspruchung, innere Distanzierung und/oder Veränderungen der Leistungsfähigkeiten.
Systemische Therapie bedeutet in meiner Arbeit nicht, Probleme isoliert zu analysieren oder Lösungen unkritisch zu optimieren. Sie bedeutet, Beziehungsmuster sichtbar zu machen und neue Handlungsspielräume erfahrbar werden zu lassen. Das betrifft häufig drei Ebenen:
1. Die Beziehung zu sich selbst
Sie haben gelernt, sich stark zu regulieren: Funktionieren, reflektieren, sich zusammennehmen. Was dabei oft verloren geht, ist Resonanz und das Gespür dafür, was innerlich wirklich stimmig oder überfordernd ist. Systemische Arbeit hilft, diese innere Dynamik zu erkennen: Wo wird Regulation und Selbstmanagement dominant bzw. zur ununterbrochenen Pflicht?
2. Die Beziehung zu anderen
In Partnerschaften, Familien oder Arbeitskontexten entstehen häufig feste Rollen: Die/der Verantwortliche, die/der Vernünftige, die/der Stabile. Diese Rollen sichern Zugehörigkeit – kosten aber oft Nähe, Lebendigkeit oder Klarheit. Systemische Therapie macht diese Muster nicht nur verständlich, sondern veränderbar, indem neue Formen von Kontakt und Kommunikation erfahrbar werden. Hier arbeite ich u. a. emotions- und bindungsorientiert, um unter der Oberfläche von Konflikten die eigentlichen Bedürfnisse nach Sicherheit, Nähe und Anerkennung zugänglich zu machen.
3. Die Beziehung zur Welt
Berufliche Anforderungen, Leistungsdruck, Care-Arbeit, gesellschaftliche Erwartungen – all das wirkt auf Beziehungen und auf das Selbst zurück. Viele Klient:innen erleben Erschöpfung nicht, weil sie „zu schwach“ sind, sondern weil sie sich dauerhaft an Systeme angepasst haben, die kaum Pausen oder Resonanz zulassen. Eine Systemische Therapie hilft, diese äußeren Bedingungen klarer zu sehen, sich innerlich davon zu unterscheiden und bewusster mit ihnen umzugehen – statt sie automatisch zu verinnerlichen. In meiner systemischen Arbeit geht es weniger um Optimierung, Techniken, Richtiges Verhalten*.
Es geht mir vielmehr mehr um: Resonanz vor Regulation - Gedeihenden Beziehungen statt Funktionieren um jeden Preis.
Lesen Sie hier gerne weiter über den hierbei angewandten Integrativen Ansatz
Erfahren Sie ebenso gerne mehr über meinen Beratungsansatz* in einem unverbindlichen Informationsgespräch.
*Wichtiger Hinweis: Ein systemisches Beratungs- und Therapieangebot ist i.d.R. nicht gleichzusetzen mit umfassender Psychotherapie (i.d.R. mit Kostenübernahme durch die GKV). Zur diagnostischen Abklärung und akuten Behandlung von komplexen klinischen Störungsbildern wie bspw. schwerer Depression, Angststörung, Suchterkrankung und Traumata ist i.d.R. eine kombinierte Behandlung einer/s Psychiater*in und approbierten Psychotherapeut*in notwendig. Eine ausschließlich Systemische Therapie stellt hierfür kein Ersatz dar. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass ich in Einzelfällen an entsprechende Stellen verweise, z.B. wenn zum aktuellen Zeitpunkt eine psychotherapeutische Betreuung dringender bzw. umfassender notwendig sein sollte. Bitte informieren Sie sich hier auf meiner Webseite über mögliche Fragestellungen und Anlässe oder kontaktieren Sie mich dazu sehr gerne auch telefonisch/per E-Mail.