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Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT)

Beziehung und Begegnung sind für jeden Menschen zentrale und prägende Erfahrungen im Leben. Nirgendwo sonst erleben wir uns in einer vergleichbaren Nähe und Verletzlichkeit. Diese emotionale Vulnerabilität als Stärke und Ressource wahrnehmen und schätzen zu lernen, kann für viele Liebespaare ein Schlüsselmoment in ihrer Beziehung darstellen. Dadurch wird es möglich, in eine neue, tiefere Phase der gemeinsamen Reise einzutauchen. In EFT (Emotionsfokussierte Therapie) sind es ein achtsamer Umgang mit Emotionen, erworbenen Bindungsstilen und damit verbunden die Kultivierung emotionaler Intelligenz, die ganz essentiell zu Veränderung und Entwicklung in Paarbeziehungen beitragen. Für die Arbeit mit intensiven Emotionen biete ich einen klaren, systemischen bzw. wertungsfreien Rahmen, der emotionale Validierung, Nähe und eine Haltung von Stärke und Selbstverantwortung in der Begegnung fördert. ​

Paar Porträt

In meiner Praxis unterstütze ich Paare, die...


in einer Krise sind und darin Unterstützung suchen.
 

mehr Nähe, Wärme und Leidenschaft in ihrer Partnerschaft entfalten oder wiederentdecken wollen. 

 

Tieferes Vertrauen entwickeln oder nach einem Vertrauensbruch dies neu aufbauen wollen.

eine gemeinsame Lösung in einem für beide bedeutungsvollem Anliegen suchen.

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In der EFT gehen wir davon aus, dass es im Laufe von Beziehungen häufig zu Verhaltens- und Erlebensdynamiken kommt, die insb. dann für Konflikte und Entfremdung sorgen können, wenn aktuell mehr aus Impulsen bzw. Emotionen wie Ärger und Angst heraus kommuniziert wird. Paare lernen dabei nach der initialen Verliebtheitsphase häufig,  diese unliebsamen Gefühle bzw. ihre Sensibilität im Allgemeinen zu unterdrücken, zu vermeiden oder sie zu projizieren. Dies wird als kulturell geprägte bzw. gesellschaftlich verstärkte Bewältigungsmuster auch oft normalisiert bzw. im Alltag überdeckt.

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Regelmäßig arbeite ich mit internationalen Paaren, die in der Partnerschaft diverse kulturelle (Rollen-)Anforderungen erleben. 

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EFT ist dabei sehr konsequent erfahrungsorientiert. Das heißt: Wir sprechen nicht nur über Muster und Dynamiken – wir arbeiten live im Moment, wenn sie auftauchen. Typische Phasen dabei:

1) Stabilisieren (De-Esklation)
Wir machen Muster und Dynamik sichtbar, reduzieren Eskalation und schaffen einen Rahmen, in dem wieder emotionale Sicherheit erlebt werden kann. In Konflikten sieht man an der Oberfläche oft nur die „lauten“, Distanz schaffenden Gefühle: Ärger, Kritik, Abwertung, Genervtheit – oder auf der anderen Seite Kälte, Schweigen, Rückzug. EFT hilft, darunter die primären, verletzlicheren Gefühle sichtbar zu machen, die häufig den Stress antreiben und primär Mitgefühl und Anziehung (re-)aktivieren können:
Unsicherheit, Angst, Scham, Alleinsein, das Gefühl „nicht wichtig zu sein“, verletzt zu werden oder den anderen zu verlieren.

Wenn Paare lernen, aus diesem weicheren Ort zu sprechen, verändert sich die Dynamik oft spürbar: Aus Angriff wird ein Kontaktversuch. Aus Rückzug wird ein Schutz vor Überflutung. Aus „Du bist immer…wird „Ich bin gerade allein damit…“

Dies hilft den Konflikt zu entmoralisieren: Es geht nicht mehr um „richtig“ oder „falsch“, sondern um sicheren vs. unsicheren Kontakt.

2) Bindungsbedürfnisse fokussieren (Re-Strukturierung)
Die zweite Phase besteht darin, die vulnerablen Bindungsbedürfnisse auszudrücken – und zwar so, dass der/die andere sie hören und beantworten kann. Hier entstehen oft neue „Momente von Bindung“: kleine, aber entscheidende Erfahrungen von „Du bist da“, „Ich erreiche dich“, „Ich bin nicht allein“.

3) Festigen & in den Alltag übertragen (Konsolidierung)
Die neuen Erfahrungen werden alltagstauglich: Konflikte werden früher erkannt, schneller gelöst, und die Beziehung erfährt neue Routinen der Verbundenheit.

In diesem Prozess sind wesentliche Erfolgsfaktoren ein sukzessive achtsamerer Umgang mit Bindungsemotionen, erworbenen Bindungsstilen und damit verbunden die Kultivierung emotionaler Intelligenz, die ganz essentiell zu Veränderung und Entwicklung in Paarbeziehungen beitragen.

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​In vielen alltäglichen Konflikten drücken Partner nicht nur Gefühle oder unerfüllte Bedürfnisse aus. Hier finden auch laufend performative Aushandlungen über Normen (was sein sollte), subjektive Wahrheiten (was ist) und Identitäten (wer man in der Beziehung ist) statt. Diese Ebenen verschmelzen in der Interaktion oft miteinander, weshalb bereits scheinbar geringfügige Meinungsverschiedenheiten schnell eskalieren können: Eine Kritik am Verhalten wird bisweilen als Infragestellung der Realität und damit der Identität erlebt.

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Krisenhafte Verläufe als übliche Ausgangs- und Wendepunkte

Häufig wenden sich Paare erst bei zugespitzten oder eskalierenden Konflikten an mich als Therapeuten. Die Sehnsucht nach Liebe und Geliebt-Werden, nach Sehen und Gesehen werden sind dann häufig im Alltag überdeckt. Der Reaktionszeitpunkt ist also insofern normal bzw. üblich und entspricht derselben Erfahrung wie bei individueller Therapie. Dementsprechend arbeiten wir hier verständnisvoll, behutsam und empathisch mit möglichen intensiven Gefühlen wie Scham, Schuld oder Überforderung zu Beginn des Therapieprozesses. Krisenhafte Phasen, so kräftezehrend, aufwühlend und trist sie erscheinen mögen, sind für viele Paare eine (seltene, dann aber) wunderbare Chance, sich in der Auseinandersetzung mit dem Unschönen weiterzuentwickeln und eine intensivere, vertrauensvollere Tiefe zu entdecken. Dies macht die emotionsfokussierte Paartherapie zu einem sehr sinnerfüllenden Anlass und Setting. 

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Wann macht eine EFT Paartherapie Sinn?

Was man wissen sollte: Im EFT werden Emotionen achtsam zum Ausdruck gebracht, d.h. dieser Ansatz ist erfahrungsnah bzw. erlebnisorientiert. Das "Expressive" stellt dabei ein Antagonist (Gegenspieler) zur Depression bzw. Unterdrückung oder Überkompensation von Gefühlen dar, wie z.B. durch rigide/unflexible oder unverhältnismäßige Äußerung von Ärger und Wut.

 

Dysfunktionale Interaktionsmuster werden hierbei „live“ durch die Beziehungspartner erfahrbar und ebenso aus dem erlebten Moment heraus artikulierbar und veränderbar. Auf Grundlage der Bindungstheorie werden Emotionen als  Bindungs- und Beziehungssignale verstanden. Sie zeigen auf einer tieferen Ebene, wo Nähe gesucht wird, wo Schutz und Anpassung nötig ist oder wo frühere Bindungserfahrungen wirksam werden (erlebt z.B. durch Anspannung, Rationalisierung, Vermeidung, Abwehr, Rückzug, etc.). In der therapeutischen Beziehung können diese Signale und Impulse nicht nur bemerkt, sondern neu erfahren und gestaltet werden. 

 

Konstruktive und intelligente, bewusste und liebevolle Bindungserfahrungen werden hier möglich. Gemeinsam schauen wir mutig in der Paartherapie auf die Dynamik, das Muster, den Veränderungsprozess und überwinden dadurch eine mitunter festgefahrene, statische Fixierung und Diskussion über Verantwortung und Schuld – to get beyond the blame game. Über alle Positionen und vermeintlichen Begrenzungen hinweg erkennen und akzeptieren wir in diesem Prozess, dass wir (abzüglich all unserer Abwehrsysteme) zutiefst soziale, in Liebe miteinander verbundene menschliche Wesen sind. ​

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Heinrich-Roller-Str. 17

10405 Berlin

post@praxis-martin-schmid.de

 

Tel.: +49 (0) 176 2582 0582

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2. Standort: 

Dorotheenstraße 37

10117 Berlin Mitte

Mo:10-21 Uhr

Di:  10-21 Uhr

Mi:  10-21 Uhr

Do: 10-21 Uhr

Fr:     9-21 Uhr

​​Sa: 10-16 Uhr​

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