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Resonanzpraxis - Arbeiten mit Unterschieden

 

​Die meisten Menschen gehen zur Therapie mit einem Gefühl, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Sie erleben Druck, Selbstkritik oder schwierige Beziehungsmuster. In meiner Arbeit zeigt sich oft, dass solche Erfahrungen nicht nur im "Inneren" eines Menschen begründet sind.​ Erfahrung entsteht nicht im luftleeren Raum. Sie entsteht in persönlichen Lebenswelten und Beziehungen – zu anderen Menschen, in Erwartungen, in Rollen, sozialen Positionen und Kontexten. Dort erst wird sie relevant, bedeutungsvoll und aufrechterhalten.

Viele psychologische Ansätze arbeiten konsequent "von Innen nach Außen": Als identifizierbare und isolierbare dysfunktionale Gedanken, Gefühle und Verhalten werden dabei bestmöglich an funktionale Normbereiche angepasst und korrigiert. Insbesondere schwierige Emotionen können dieser Logik zufolge identifiziert und gezielt verarbeitet werden, emotionale Blockaden mit Bio-Hacks gelöst werden.

In meiner Arbeit zeigt sich hier ein anderer Ausgangspunkt und Blickwinkel als nachhaltig hilfreich: ​Viele Schwierigkeiten sind weniger persönliches Defizit oder mangelnde Kompetenz als vielmehr auch Ausdruck psychosozialer, kulturell vermittelter und damit vielschichtiger Beziehungs- und Bedeutungsmuster. ​

 

In diversen Domänen – Arbeit, Führung, Elternschaft oder digitale Kommunikation – wird bspw.  intensives und permanentes Selbstmanagement normalisiert. Menschen sind es gewohnt, sich selbst als Projekt zu behandeln: regulieren, anpassen, verbessern, präsentieren oder vermeiden. Das Erleben selbst wird in gewisser Weise zum Material - für Selbstoptimierung und Funktionsfähigkeit. Auch Entspannung, Achtsamkeit und Erholung wird darunter gefasst. Mit smart devices und AI wird diese Form der Selbstbeziehung ganz selbstverständlich, wo es im Alltag als Self-Monitoring bereits vollzogener Wandel und gelebte Praxis ist. 

Der Fokus verschiebt sich in meiner Arbeit von einem oberflächlichen Scannen: „Was ist richtig und was ist falsch mit mir?“ zu einer tiefergehenden Frage: „Was erlebe ich und wie bin ich dazu eigentlich in Beziehung?“

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In meiner auf Resonanz und Beziehung fokussierten Praxis wird dieser Kontakt selbst bzw. was am Kontaktpunkt geschieht erlebbar. Wo nichts performt werden muss, um wahrgenommen zu sein. Ein Gefühl, eine Erinnerung, ein Gedankengang. Etwas bewegt, berührt. Nach und nach wendet man sich dem zu und antwortet. Das ermöglicht neue Erfahrungen zunächst im gegenwärtigen Moment und neue Handlungsspielräume im Alltag.​​​​​​​​​​ 

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Image by Steve Johnson

 

Bedeutung macht einen Unterschied

„Ich muss lernen, meine Gefühle besser zu kontrollieren.“

Die meisten kennen das, oft bereits auch aus vorigen Therapien und Coachings: Emotionen regulieren, Stress reduzieren - Gedanken verändern - ruhiger werden. Müdigkeit ist dann ein Problem, das gelöst werden soll. Angst ist ein Zustand, der kontrolliert werden muss. Traurigkeit ist ein Hindernis, das überwunden werden muss. Die Beziehung zum Erleben ist dann wie die eines Technikers zu einer Störung. Das ist in vielen Fällen enorm hilfreich und auch in der Krisenintervention zunächst dringend notwendig – greift aber langfristig zu kurz.

Viele Emotionsforscher gehen davon aus, dass Emotionen etwas sind, das in Gehirn und Körper entsteht und dort „passiert“. Stress entsteht - Angst taucht auf - Wut kommt auf. Eigentlich ziemlich simpel. Die natürliche Reaktion ist daher auch naheliegend, in erster Linie oder ausschließend zu versuchen, diese Gefühle direkt anzugehen, zu kontrollieren oder zu regulieren. Die neurowissenschaftliche Forschung (vgl. Feldman-Barrett, 2024*) macht jedoch zunehmend auf etwas anderes aufmerksam. Emotionen sind keine klar definierten Zustände, Schaltkreise oder Objekte die man im Gehirn lokalisieren könnte, die dort in uns "wohnen" oder „aktiviert“ werden. Sie können vielmehr im verkörperten (embodiment) Nervensystem als erfahrungsbasierte Konstruktion in Echtzeit verstanden werden. Dies geschieht dabei nicht nur auf Basis von Körpersignalen und Erinnerung, sondern beinhaltet entscheidend auch Kontextinformationen und erlernte Bedeutungsmuster. In meiner Arbeit ist dementsprechend Kultur und das gelernte, soziale Bedeutungssystem ein in der Praxis nicht übersehbarer Kontextfaktor*. 

 

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Den Elefanten im Therapieraum adressieren: Kultur​

Wahrscheinlich kennen Sie das auch: Man spürt etwas unausgesprochen, unsichtbar im Raum. Es beeinflusst die Atmosphäre, die Beziehung und Dynamik, was möglich ist, ausgesprochen werden kann. Vielleicht kennen Sie auch dieses Unbehagen, das man eigentlich gar nicht weiß wo anfangen, wenn es doch überall ist und soviel Raum einnimmt. Fast greifbar und doch auch so schwierig definierbar. So bleibt der Elefant unausgesprochen. Vielleicht auch weil er mächtig ist und man sich nach ihm richtet, lange bevor man ihn direkt ansprechen könnte. So erlebe ich es mit dem Phänomen der Kultur im Therapieraum. 

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Aber machen wir es doch konkret und gehen es im Kleinen an: Ein erhöhter Puls. Der ist zunächst einmal ein Körpersignal. Ob er als Angst, Schwäche, als innerer Gegner oder Antrieb erlebt wird, hängt davon ab, was das in einem spezifischen, gelernten, situativen und kulturellen Feld bedeutet.​​​​ In leistungsorientierten, schnellen und entscheidungsfokussierten Lebens- oder Arbeitswelten sind hier oft rasch lesbare binäre Codes verbreitet: stark oder schwach sein, funktionieren oder versagen, man ist kontrolliert oder überfordert. Wenn diese Codes entsprechend rigide und grob sind, bleibt das Nervensystem im Alarm - nicht weil objektive Gefahr besteht, sondern weil die jeweiligen Zeichenketten mit Bedrohung assoziiert sind. 

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Mit anderen Worten: Die Bedeutung dessen, was wir fühlen, ist nicht festgeschrieben. Sie ändert sich laufend, wenn wir die Erfahrung anders, feiner, differenzierter erleben und wahrnehmen. Deshalb geht es in der Therapie nicht nur darum, Emotionen zu regulieren. Es geht auch zunächst darum, sie in einem sicheren Setting zu spüren und in ihren Zusammenhängen zu verstehen.

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Welche Bedeutung ist mit diesem Gefühl in diesem besonderen Kontext verknüpft?

Welche Erwartungen wirken hier auf mich ein? Welche Position und Rolle nehme ich dazu ein?

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Ein Beispiel: Aus einer Verknüpfung von Erschöpfung = Versagen im Arbeitskontext kann im therapeutischen Resonanzraum ein Bedürfnis nach Distanz und Grenze, nach körperlicher Erholung oder ein würdigender Ausdruck von Traurigkeit bzw. Trauer um das nicht gelebte Leben werden. Verschiedene Positionen und Dynamiken können hier sichtbar werden, wodurch sich Erleben zunächst in seiner wahrgenommenen Alternativlosigkeit verändern kann. Möglich wird dadurch: 

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  • mehr Freiheit im Umgang mit Leistungsdruck und Erwartungen

  • weniger People Pleasing, Perfektionismus, Imposter und Selbstkritik

  • Bewusstsein über Rollen, Beziehungsfelder und Identität

  • mehr Klarheit über eigene Bedürfnisse 

  • weniger Konfliktvermeidung​​​​​​

 

Beziehung macht einen Unterschied

Viele Formen von Selbsthilfe – und auch die meisten digitalen Angebote – arbeiten vor allem instrumentell. Sie vermitteln Techniken, mit denen Menschen ihre Gedanken, Gefühle oder ihr Verhalten besser steuern können. Wenn Menschen unter starkem Druck stehen bzw. sich im Survival Modus erleben, ist ein instrumenteller Blick auf Lösungen zunächst auch oft das erste, beste und einzige, was möglich ist. Digitale Lösungen können dabei eine enorm hilfreiche Unterstützung bieten. Sie können informieren, Übungen anleiten, beim Reflektieren helfen. Doch sie arbeiten zwangsläufig innerhalb eines technisch-instrumentellen Rahmens.

 

Eine menschliche Beziehung funktioniert anders und geht darüber hinaus. Sie ist nicht nur Austausch von Information, Spiegelung und Handlung. Sie bietet das Potenzial eines geteilten Resonanzraums. In diesem Raum entstehen Dinge, die sich nicht annähernd simulieren und substituieren lassen:

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  • Verkörperte Präsenz, geteilte Menschlichkeit und Lebendigkeit

  • Verbundenheit mit sich selbst und anderen

  • Empathie und emotionales Alignment

  • Die Erfahrung, wirklich gesehen zu werden

  • Chronische Scham und Schuld in achtsamer Co-Regulation verstehen und lösen

Diese Erfahrungen für sich können bereits Menschen und Systeme in festgefahrene Bedeutungs- und Beziehungsmustern bereits entscheidend verändern.​ Durch einen Raum, in dem Erleben anders wahrgenommen, geteilt, beantwortet, werden kann. Resonanz bedeutet dabei also alles andere als Weltflucht, Eskapismus, Harmonie oder naive Positivität.

 

Resonanzbasierte Therapie und Beratung kann besonders hilfreich sein, wenn Sie …

  • sich stark unter Druck fühlen, ständig funktionieren zu müssen.

  • sich selbst gegenüber sehr kritisch sind und wenig Raum für eigene Gefühle erleben.

  • in Beziehungen immer wieder ähnliche Muster erleben, z. B. Dominanz, Anpassung oder Rückzug.

  • das Gefühl haben, in bestimmten Rollen festzustecken, aus denen Sie schwer herauskommen.

  • ständig erschöpft sind, obwohl Sie von außen betrachtet eigentlich leistungsfähig sind und "funktionieren".

  • viel über sich nachdenken, aber emotional wenig Zugang zu sich spüren.

  • sich nach mehr lebendigem Kontakt zu sich selbst und anderen sehnen.​​​​​​​​​​​​​​​​​​

 

Wir sprechen über die Erfahrung, damit Sie aus der Erfahrung sprechen können


In unseren Sitzungen achten wir auf zwei Prozesse, die einander laufend bedingen: 

  1. Wir sprechen über Ihre Erfahrungen – um das System aus Bedeutungen, Rollen und Erwartungen zu verstehen, das sie prägt. Welche Muster, Dynamiken und bisher unbesprochenen "Codes" sind unbewusst und automatisch aktiv und wirksam? Welche Positionen, Botschaften und Stimmen bewerten wiederum das Erleben? Welche Regeln wurden wo und wie gelernt?                                                                                                                                                               

  2. Sie sprechen aus Ihrer Erfahrung – um sich dabei (wieder) mit dem zu verbinden, was unmittelbar gespürt wird, bevor es bewertet und in seiner Bedeutung eingeordnet und reduziert wird. Ambivalenzen und Unschärfen werden hierbei gehalten und können navigiert werden: Nähe und Abgrenzung, Bindung und Autonomie, Offenheit und Schutz stehen in einem produktiven Spannungsverhältnis.


Über Erfahrungen zu sprechen unterstützt Regulierung, Abstand und Klarheit. Aus der Erfahrung heraus sprechen fördert Präsenz, Embodiment und psychologische Flexibilität. Wenn Gefühle nur kontrolliert werden, bleiben sie unter Druck und Spannung. Wenn sie in Beziehung wahrgenommen werden, beginnen sie sich zu lösen und in ihrer jeweiligen Eigenart zu bewegen.

 

Bei Resonanz geht es keineswegs darum, ein grundlegendes Kontrollgefühl loszulassen. Es geht darum, den Raum behutsam zu halten und zu erweitern, um bewusst agieren, gestalten und antworten zu können.​ Veränderung entsteht dort, wo schwierige Emotionen und Beziehungsbedürfnisse bewusster wahrgenommen, gehalten und (co-)reguliert werden können – weniger dort, wo diese nur interpretiert oder erklärt werden. Die Synthese: 

 

Wo Erfahrung im Moment des Erlebens verstanden wird, kann sie integriert werden

Lernen und Veränderung vollzieht sich in diesem Zusammenhang unmittelbar erfahrungsbasiert.​

Achtsamkeitsbasierte Therapie schafft letztlich einen Raum, in dem Erfahrungen nicht sofort gedeutet, verbessert oder verändert werden müssen. Wo Gefühle, Gedanken und körperliche Erfahrungen auftauchen können, bevor sie zur Störung, zum Hindernis, zur Aufgabe, zum To Do werden. In einem solchen Raum kann etwas Neues geschehen: Anstatt zu versuchen, die Erfahrung zu fixieren, zu wissen und zu kontrollieren, beginnen Menschen, sie zu erforschen. Dieser Wandel – vom Gewussten hin zur achtsamen Erforschung – ist oft der Moment, in dem sich neue Spielräume und Bedeutungen, neue Weisen zu fühlen und zu handeln eröffnen. 

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In diesem Raum können z.B. innere Zustände, die sich sonst gegenseitig ausschließen, nebeneinander und anders existieren: Kompetenz bei gleichzeitiger Erschöpfung. Stärke und ein Suchen und Fragen nach Hilfe. Dabei unterstützt die gemeinsame Präsenz, in der verschiedene Erfahrungen da sein dürfen, ohne dass eine die andere dominieren oder verdrängen muss. Wenn das möglich wird, verändert sich etwas in der Art, wie man sich auf sich selbst beziehen kann. Die inneren Grenzen werden durchlässiger - nicht aufgelöst, sondern beweglicher. Erschöpfung muss Kompetenz nicht mehr bedrohen. Verletzlichkeit muss Stärke nicht mehr widerlegen. Diese Durchlässigkeit entsteht nicht, weil Sie es sich vornehmen. Sie entsteht, weil das Beziehungsfeld es ermöglicht.

Darin steckt die aktive, antwortende Erfahrung, dass innere Begegnung und Beziehung ohne Optimierung jenseits eines pausenlosen an sich Arbeitens möglich wird - gehalten durch einen Raum, der in mehrfacher Hinsicht mehr ist als die Summe seiner einzelnen Teile. Therapie wird so zu einem Lernraum, in dem (Welt-)Beziehung differenzierter, sicherer und lebendiger erlebt werden kann. Verstehen und Einsicht ist hier dann eher eine Folge dieses therapeutischen Prozesses als vorgängiger Dreh- und Angelpunkt. 

 

Muster und Dynamiken entstanden und entstehen in Beziehungen – und können oft auch nur dort anders erfahren und als veränderlich erlebt werden. Manche Veränderungen kann man letztlich nicht alleine "herstellen". Manche Erfahrungen sind nur in menschlicher Beziehung, in Begegnung und Verbindung möglich. Nicht weil es an Fähigkeiten, Achtsamkeit oder Kraft mangelt. Sondern weil bestimmte innere Erfahrungen einen Raum brauchen, der mehr ermöglicht als Selbstreflexion und Introspektion. Ein solcher Resonanzraum ist in meiner Praxis mehr als ein Begleitfaktor, sie wird zum Mediator der Veränderung. ​​​​

 

"You are not the next project that needs to be fixed. You are someone, who deserves to be met."

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Grundlagen: Praxis & Poiesis - Resonanz & Regulation​

 

​Aristoteles unterscheidet bereits zwischen zwei Formen des Handelns:

Poiesis = Instrumentelles Handeln, das darauf abzielt, etwas herzustellen. Die Tätigkeit ist Mittel zum Zweck. Der Wert liegt im Ergebnis.

Praxis = Handeln, dessen Wert in der Tätigkeit selbst liegt. Diese Tätigkeiten sind nicht in erster Linie Mittel. Sie sind Ziele in sich selbst. 

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Resonanz* = Beziehung, in der etwas auf den Menschen einwirkt. Sie ist responsiv bzw. antwortet.  

Die Interaktion kann involvieren und ebenso verändern (Mensch begegnet Welt, Mensch, Natur). 

Eine solche Form der Resonanz lässt sich nicht technisch erzeugen.​ Sie wird möglich, wenn man die eigene Erfahrung nicht mehr (nur) als Mittel zum Zweck erlebt. Hier verschiebt sich die Qualität der Aufmerksamkeit: nicht analysierend, nicht instrumentell – sondern achtsam, verkörpert und responsiv (antwortend). ​​​

Meine Systemische Arbeit orientiert sich u.a. an drei wissenschaftlichen Disziplinen und Perspektiven, die heute in der Psychologie und Kognitionswissenschaft zunehmend Anwendung finden: 

  • Entwicklungspsychologie

  • Embodiment & Embodied Cognition

  • Enactivism & Sense Making

Alle drei Ansätze teilen eine grundlegende Einsicht: Menschliches Erleben entsteht nicht isoliert im Kopf, sondern im Zusammenspiel von Körper, Geist, Beziehung und Mit-Welt. 

 

Entwicklungspsychologie - Erfahrung ist relational

Bereits in den ersten Lebensmonaten entsteht unser Gefühl für uns selbst in Beziehung zu anderen Menschen. Der Entwicklungspsychologe Daniel Stern zeigte, dass Menschen schon sehr früh Formen von emotionaler Abstimmung erleben – lange bevor Sprache sich entwickelt ist Regulation relational. Auch die Bindungstheorie (John Bowlby) beschreibt, wie frühe Beziehungserfahrungen Erwartungen an Nähe, Vertrauen und Selbstständigkeit prägen. Viele Strategien, die Menschen später zur Stress- und Lebensbewältigung entwickeln – etwa Kontrolle, Anpassung oder Rückzug – lassen sich vor diesem Hintergrund verstehen. Sie sind damit oft sinnvolle Antworten auf frühere Beziehungserfahrungen. Therapie bedeutet dann nicht, diese Strategien einfach zu verändern, sondern ihren Entstehungsprozess zu verstehen und vor allem aber auch neue Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.

Embodiment – Erfahrung, Denken und Bedeutung sind verkörpert

Die aktuelle Embodiment-Forschung zeigt, dass unsere Gedanken und Gefühle eng mit körperlichen Prozessen verbunden sind. Emotionen zeigen sich z.B. in Atmung, Haltung, Spannungen oder Bewegungen.

Deshalb bezieht meine Arbeit auch körperliche Wahrnehmung mit ein – zum Beispiel durch achtsame Aufmerksamkeit auf innere Empfindungen oder den sogenannten felt sense (Focusing). Über diesen Zugang können sich oft neue Bedeutungen und Perspektiven entwickeln.

 

Enactivism – Bedeutung entsteht im Kontakt mit der Welt

Enactivism beschreibt die grundlegende Idee moderner Kognitionswissenschaft: Wir nehmen die Welt nicht nur wahr – wir bringen Bedeutung im Kontakt und in der Interaktion mit ihr hervor. Viele Veränderungen entstehen demnach nicht nur durch theoretische Einsicht oder Technik, sondern durch neue Erfahrungen in Beziehungen mit anderen Menschen und dem Selbst. 

 

Was diese Perspektiven gemeinsam zeigen: Menschen verändern sich nicht nur durch neue Gedanken – sondern vor allem durch neue Erfahrungen in Beziehung. 

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*Als Autor ist meine psychologische Arbeit seit 2014 kulturpsychologisch und -soziologisch fundiert. Dadurch werden relevante Kontextaspekte, Machtdynamiken und -wirkungen im therapeutischen Prozess mit einbezogen.

*Cristaldi, F. de P., Oosterwijk, S. & Barrett, L. F. (2024). Predictive processing and embodiment in emotion. 

In L. Shapiro & S. Spaulding (Eds.), The Routledge Handbook of Embodied Cognition. 

*Rosa, Hartmut (2016): Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung. Berlin: Suhrkamp

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10405 Berlin

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