Beruf und Ausbildung:
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Dipl. Psychologe (seit 2013)
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Systemischer Therapeut und Berater (SG)
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Staatlich geprüfter Heilpraktiker für Psychotherapie
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MBSR-Achtsamkeitstrainer
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Paartherapie EFT (SIA Institut, Berlin, 2023)
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Emotionsfokussierte Paartherapie EFCT (Core Skills Trainings, ICEEFT Berlin, 2023-2026)
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Focusing (2021-2023, DFI Würzburg)
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Trainer für Stressprävention nach Prof. Kaluza
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Notfallpsychologie, Mental Health First Aid (MHFA zertifizierter Ersthelfer), Psychological First Aid (Johns Hopkins University)
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Betriebliches Eingliederungsmanagement,
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Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen (nach § 5 ArbSchG)
Erfahrungen und Kompetenzen:
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Selbständig als Trainer und Berater seit 2018
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Beratung & Therapie für Erwachsene seit 2020
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Seit 2022: Systemischer Berater und Trainer für ein Institut für Organisations-, Mitarbeiter- und Führungskräfteberatung (Berlin)
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Beratung und Organisationsberatung zu Betrieblicher Gesundheitsförderung (8 Jahre)
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Fachliche Entwicklung eines Programms für Gesundheitscoaching (2016-2018)
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Eignungsdiagnostik zertifiziert nach TfV und Notfallpsychologie/Krisenprävention im Eisenbahn- und Schienenverkehr (3 Jahre)
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Publikation (2014): "Die gewusste Liebe: Aspekte einer wissensförmigen Herstellung romantischer Intimität." Gießen: Psychosozial-Verlag.






Wie ich arbeite
Therapie beginnt bei mir nicht mit Diagnosen oder Fragebogen. Sie beginnt damit, dass jemand ohne Bewertung so sich zeigen und äußern darf, wie man sich gerade erlebt. Meine Arbeit ist stets bedacht und ruhig, aber auch nicht zurückhaltend. Ich sage ehrlich, was ich wahrnehme – auch wenn das bedeutet, auch Mal eine Perspektive anzubieten, die zunächst unbequem sein kann. Ich höre genau zu, frage nach, halte Stille aus und schwierige Gefühle, ohne sie einzuordnen oder wegzuarbeiten.
Das Schwierige am Ausdruck von Gefühlen ist oft weniger das Gefühl selbst als das Ungewohnte. Für mich macht genau das die Demut therapeutischer Arbeit aus: dass sich in diesem Raum etwas entfalten darf, das inmitten des Alltäglichen nicht artikulierbar oder sichtbar wird.
Was ich nicht als meine Aufgabe wahrnehme: Optimieren, Ratschläge geben, Probleme vorschnell lösen wollen. Was ich dadurch ermögliche: einen Raum, in dem Resonanz entstehen kann – mit dem, was in seiner Komplexität und Einfachheit wirklich da ist. Klient:innen beschreiben die Atmosphäre hier oft als eine Mischung aus Wärme, Achtsamkeit und Klarheit.
Was mich als Therapeut geprägt hat
Nach dem Diplomstudium in Psychologie in Konstanz und Wien ging ich zunächst im Rahmen meiner Zusatzausbildung in Klinischer und Gesundheitspsychologie ins Feld der Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie. Was ich dort sah, hat mich nachhaltig beeinflusst: Menschen, die im System oft mehr verwaltet als in der Veränderung begleitet wurden. „Erhaltungstherapien", die teilweise nur wenig erhalten konnten. Ich wusste schnell, dass meine Arbeit dort ansetzen muss, wo Veränderung noch möglich ist – bevor ein Leiden chronisch wird.
Das führte mich ab 2015 in die betriebliche Gesundheitsförderung und die Einzelarbeit im Coaching. Acht Jahre lang habe ich mit Unternehmen und Organisationen gearbeitet. Mir begegneten in meiner Arbeit dabei oft hochfunktionale Menschen, die augenscheinlich alles richtig machen und trotzdem erschöpft sind.
Parallel dazu vertiefte sich meine Achtsamkeitspraxis. Was als Trainingsmethode begann, wurde über die Jahre zu einer verkörperten Haltung – geprägt durch intensive Ausbildung bei Béatrice Heller (Center for Minfulness, Zürich), durch Retreats bei Jon Kabat-Zinn und Saki Santorelli, durch die tägliche Praxis über mehr als zehn Jahre. Achtsamkeit ist für mich kein Tool. Sie ist die Grundlage dafür, wie ich im Raum präsent bin – offen, aufmerksam, nicht-wissend, bereit für das, was da ist und was kommt.
Ab 2021 verband ich beide Modalitäten: Die systemische Perspektive auf Beziehung und Rolle mit der körpernahen, erfahrungsorientierten Arbeit der Achtsamkeitspraxis. Weiterbildungen in Emotionsfokussierter Therapie (EFT) und Focusing brachten zusätzlich die Ausrichtung und Präzision, die es braucht, um mit intensiven Emotionen in Beziehungen zu arbeiten – nicht als Technik, sondern im lebendigen Prozess.
Meine Grundüberzeugung, die mich antreibt
Klient*innen, die für sich zu der Entscheidung finden, in einem professionellen Rahmen Unterstützung, Reflexion und Zeit für sich selbst in Anspruch zu nehmen, haben meist schon eine ganze Reihe an Mustern erkannt und diverse Veränderungsversuche unternommen. Jeder Mensch befindet sich bereits auf dem Weg und tut in jedem Moment das ihm Mögliche. Die Frustration, dass trotzdem die Belastung nicht anders wird, verdient zunächst Anerkennung, nicht direkt noch eine weiteres to do on top.
Ich bin davon überzeugt, dass sich vieles, was Menschen belastet, nicht allein durch Nachdenken und Einsicht verändern lässt. Muster, die in Beziehung entstanden sind, brauchen emotional sichere Beziehungserfahrungen, um sich zu wandeln. Deshalb ist die therapeutische Beziehung in meiner Arbeit nicht Mittel zum Zweck, sondern der Ort, an dem Veränderung geschieht.
Was mich dabei besonders interessiert: die Frage, wie kulturelle Anforderungen – Rollen, Leistungsdruck und erlebte Zwänge zu persönlichem Leid werden. Erschöpfung, Scham, das Gefühl, nie zu genügen – das sind systemische Herausforderungen. Es sind Antworten auf eine Welt, die permanente Arbeit am Selbst normalisiert.
Was mich jenseits der Praxis gesellschaftlich bewegt
„Vielleicht gibt es schönere Zeiten; aber diese ist die unsere“ (Sartre)
Nicht alles, was mich therapeutisch geprägt hat, findet hier Platz. Die Pandemiejahre 2020–2021 haben mich z.B. persönlich enorm herausgefordert und als Psychologe geprägt. Ich konnte in der Zeit ehrenamtlich die BDP Corona-Hotline mitbetreuen, Flüchtlingshelfer:innen in Berlin psychologisch begleiten und die realen Versorgungslücken des psychosozialen Systems aus der Nähe erleben. Sehr vieles spricht dafür den Blick, die Energie und Aufmerksamkeit dorthin zu lenken wo sie besonders wirksam und hilfreich ist. Zunehmende gesellschaftliche Verwerfungen sind Herausforderungen, die offensichtlich nur solidarisch zu bewältigen sind (Krieg(e), menschengemachte Katastrophen, Klimawandel, Arbeitswelt- und Wirtschaftswandel etc.)
Aus diesen Erfahrungen ist ein Anliegen geworden, das meine Praxis prägt: Psychologische Beratung und Therapie erreichbarer zu machen. Deshalb arbeite ich mit einem individuellen Kostenkonzept und halte auch in 2026 weiterhin ein Kontingent an ermäßigten Plätzen frei – für Menschen in herausfordernden Lebenslagen. Weil ich gerade in der unsrigen Zeit glaube, dass therapeutische Beziehungsarbeit nicht exklusiv sein darf.